Der Süden Israels – Von Eilat über die Wüste Negev zum Toten Meer

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Eilat - der Urlaubsort im Süden Israels

Die Anreise

Ausgerechnet am Freitag dem 13.12.2019 sollte ich mich zum ersten Mal auf den Weg nach Israel machen. Israel gilt inzwischen zwar als sicheres Reiseziel und in den letzten drei Jahren wurden dort weniger verherrende Terroranschläge verübt als in Deutschland. Die Gefahr durch Kurzstreckenraketen, insbesondere aus dem Gazastreifen, ist momentan so hoch wie nie. Einen Monat vor meiner Reise wurden innerhalb von fünf Tagen 700 Raketen aus der Region auf Israel abgeschossen, nachdem Israel einen Anführer der Terrororganisation Islamischer Dschihad getötet hatte. Israel antwortete auf den Beschuss mit Bombardements im Gazastreifen. Es gab Tote und Verletzte auf beiden Seiten.

Meine Reise begann bereits um 5 Uhr morgens. Mit dem Flixbus ging es zunächst zum Flughafen in Berlin Schönefeld. Passend zum Datum hatte er fast eine Stunde Verspätung. Da ich genügend Pufferzeit eingeplant hatte, kam ich noch rechtzeitig am Flughafen an. Im Zug vom Busbahnhof zum Flughafen hatte ich dann Glück im Unglück. Ich hatte vergessen mein Zugticket zu entwerten. Die Zugbegleiterin zeigte aber aufgrund des Datums Nachsicht vor Recht und ließ mich ohne Strafe davonkommen.

Vor Reisen nach Israel empfiehlt es sich, bereits drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein, da die Sicherheitskontrollen gegenüber Flügen in andere Länder viel umfangreicher sind. Es erfolgt eine mehrfache Passkontrolle, man wird zusätzlich auf Gefahrstoffe untersucht und in Israel wird man sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausreise teilweise intensiv befragt. Nach vier Stunden Flug erreichte ich dann pünktlich Eilat. Da ich das erste Mal in Israel war, fielen mir auch hier sofort die starken Sicherheitsvorkehrungen auf. Beamte standen mit Maschinenpistolen am Rollfeld. Das Flughafengelände durfte nicht fotografiert werden.

Ankunft in Israel

Inzwischen war es Freitagabends und der jüdische Ruhetag Schabbat hatte bereits begonnen. Er fängt Freitag bei Sonnenuntergang an und endet samstags ebenfalls nach Sonnenuntergang. In diesem Zeitraum steht in manchen Regionen das öffentliche Leben, Busse fahren nicht und viele Geschäfte sind geschlossen, das gilt besonders für Jerusalem. In Eilat war davon, außer das einige Geschäfte geschlossen waren, nicht viel zu merken. Beinahe hatte der jüdische Feiertag meine Reiseplanung beeinflusst, da ich die nächsten Tage auf einen Mietwagen angewiesen war. Im gesamten Stadtgebiet von Eilat hatte auch nur eine Mietwagenzentrale geöffnet. Da allerdings nur eine Mitarbeiterin Dienst hatte, musste ich fast zwei Stunden warten, obwohl nur drei Leute vor mir an der Reihe waren. Hinter mir bildete sich eine Schlange, bestehend aus zehn weiteren Personen.

Als ich das Auto in Empfang genommen hatte, machte ich mich auf den Weg zu meiner Unterkunft in Eilat. Beim Herausfahren von dem Flughafen musste ich, da keine Menschenseele im Umkreis war, eine Sperrung, die wie ein umgedrehtes Nagelbrett aussah, überfahren. Kurze Zeit später zeigte der Wagen einen Druckverlust im Reifen an und ich steuerte genervt und müde die nächste Tankstelle an. Da ich keine Beschädigung ausmachen konnte, pumpte ich den Reifen einfach wieder auf. Glücklicherweise hatte ich auch auf der weiteren Fahrt keine Probleme mit dem Wagen. In Eilat hatte ich eine private Unterkunft gemietet, die ich zunächst jedoch trotz Navigation nicht finden konnte. Zum Glück halfen mir Kellner in einem benachbarten Restaurant, die Vermieterin anzurufen. Sie befand sich bei einem Schabbat Essen und meinte, ich hätte die Buchung storniert. Nach 45 Minuten erschien die Frau und brachte mich, nachdem das Missverständnis geklärt war, zur Wohnung. Nachdem ich in dem benachbarten Restaurant gegessen hatte, machte ich mich auf, die Stadt zu erkunden und ging nachts an der Strandpromenade spazieren. Freitag, der 13. war vorbei und ich konnte meinen Israel Trip endlich entspannt angehen.

Eilat ist kein schöner Ort, die Korallenriffe vor Eilat sollen zu den aufregendsten Tauchgebieten der Welt zählen. Den 2.8 Millionen jährlichen Besuchern werden 360 Sonnentage im Jahr geboten. Neben dem Strand und dem für einen Urlaubsort typischen Unterhaltungsangebot ist besonders die Wüste Negev im Norden der Stadt mehrere Ausflüge wert. Da ich am nächsten Morgen früh aufbrechen wollte, hatte ich leider keine Gelegenheit, die Stadt näher kennenzulernen und beschloss dafür aber, der Wüste einen Besuch abzustatten.

Die Wüste Negev und der Red Canyon

Israels Red Canyon in der Wüste Negev

Am nächsten Morgen machte ich mich auf zu dem nur 25 km nördlich gelegenen Red Canyon. Der Weg führte mich entlang der befestigten ägyptischen Grenze durch die Berge von Eilat. Der Trail dauert ca. zwei Stunden und führt zunächst vom Parkplatz durch den Canyon. Den Rückweg kann man oberhalb des Canyons entlang gehen. Er ist aus meiner Sicht nicht besonders anspruchsvoll, was auch daran liegen könnte, dass ich ihn im Winter bei angenehmen 23 Grad absolvierte. Im Sommer steigen die Temperaturen hier auf über 40 Grad. Es wird empfohlen, mindestens fünf Liter Wasser pro Person mitzunehmen.

Mein weiterer Weg führte durch die Wüste Negev zum Toten Meer. Die Negev besitzt weltweit einzigartige Kraterphänomene und grenzt sowohl an das Tote Meer im Norden und das Rote Meer im Süden und macht fast 60 % der Landfläche Israels aus. Da ich mir abends jedoch noch die jüdische Festung Masada anschauen wollte, war mein Aufenthalt am Red Canyon kurz und ich musste auf das Highlight der Wüste „Makhtesh Ramon“ verzichten.

Das Tote Meer

Ein Booked Beach - Der Strand am Toten Meer

Auf dem Weg zum Toten Meer geht es irgendwann immer weiter bergabwärts. Das Tote Meer ist mit 431 m unter dem Meeresspiegel der tiefste (zugängliche Ort) der Welt. 2019 wurde in der Antarktis eine 3500 m tiefe Schlucht entdeckt. Die befindet sich jedoch vollständig unter dem Eis und ist daher nicht zugänglich. Bis vor zwei Millionen Jahren  war es über die Jesreel Ebene mit dem Mittelmeer verbunden und gehört zu dem großen afrikanischen Grabenbruch, der sich vom Libanon über den See Genezareth, über das Rote Meer bis nach Mosambik erstreckt. Es ist 65 km und 18 km lang und befindet sich auf dem Staatsgebiet Israels und Jordaniens. Der hohe Salzgehalt entsteht dadurch, dass das Tote Meer keinen Abfluss besitzt. Es wird von dem Jordan gespeist, der einen natürlichen Salzgehalt besitzt. Allerdings verliert das Tote Meer ungefähr die selbe Menge an Wasser durch Verdunstungen wieder. Übrig bleibt das Salz. Momentan beträgt der Salzgehalt 34%. Aktuell geht der Meeresspiegel jedes Jahr um einen Meter zurück, da sowohl Israel als auch seine Nachbarn dem Jordan und dem Toten Meer Trinkwasser entnehmen. Dem Toten Meer und seinem Schlamm werden heilende Wirkungen nachgesagt, weshalb es bei Touristen äußerst beliebt ist.

Zunächst wollte ich jedoch die ehemalige jüdische Festung Masada besuchen. Fast eine Stunde vor Ende der offiziellen Öffnungszeiten traf ich schließlich dort ein und gerade noch die letzte Gondel, die sich auf dem Weg zur Spitze machte, aufbrechen. Ich war genau fünf Minuten zu spät und konnte den Berg an diesem Abend nicht mehr erklimmen. Eine freundliche Mitarbeiterin empfahl mir, am nächsten Morgen um 5 Uhr wiederzukommen um den Hügel zu Fuß noch vor Sonnenaufgang zu besteigen, um dann von Masada den Sonnenaufgang über dem Toten Meer zu betrachten. Meine Verspätung sollte sich als Glück im Unglück erweisen.

Ich beschloss daher, noch am Abend nach Ein Bokek ans Tote Meer zu fahren, um Schwimmen zu gehen. Zwar war es in Israel Winter, die Temperaturen betrugen aber noch über 20 Grad und das Wasser war mit 21 Grad angenehm warm. Aufgrund der Salzablagerungen sollte das Tote Meer nur mit Badeschlappen betreten werden. Außerdem sollte man darauf achten, das Salzwasser nicht ins Auge zu bekommen, da es stark brennt. Am Strand angekommen, wagte ich meine ersten Schritte ins Wasser. Aufgrund des starken Auftriebs fühlten sich die Schritte komisch an. Nach einer Weile legte ich mich langsam auf den Rücken, legte meine Hände in den Nacken und ließ mich treiben. Für mich fühlte es sich so an, als ob ich in einem Wasserbett liegen würde, mit einer Ausnahme. Beim Wandern hatte ich mich am morgen geschnitten und das Salzwasser verursachte in der Wunde ein starkes Brennen. Trotz des Brennens war es für mich Entspannung pur im Toten Meer ziellos zu treiben.

Kibbuz Ein Gedi

Ich übernachtete im Kahn Ein Gedi, die aus acht einfachen Hütten mit jeweils vier Matratzen besteht. Der Aufenthaltsbereich bietet einen atemberaubenden Blick über das Tote Meer. Die Bar ist 24 Stunden geöffnet. Nachdem ich mir ein paar Bierchen gegönnt hatte, ging ich früh ins Bett, da ich am nächsten Morgen pünktlich zum Sonnenaufgang die Festung Masada erklommen haben wollte. Außerdem wollte ich an dem Tag noch die Nationalparks Ein Gedi und Qumran am Toten Meer sowie Ceasarea am Mittelmeer besichtigen.

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