Tel Aviv – Israels hippe Metropole

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Busfahren in Israel

Busfahren ist in Israel im Vergleich zu den übrigen Preisen  sehr günstig. Besonders beim Busfahren spürt der Reisende, inwieweit sich das Sicherheitsniveau in Europa und Israel unterscheidet. Die Busse fahren von den Terminals von verschiedenen Etagen ab und in dem Gebäude befinden sich alle möglichen Läden. Um in das Gebäude hineinzukommen, muss man zunächst durch einen Sicherheitscheck gelangen. Spätestens seit der zweiten palästinensischen Intifada gibt es sie in den meisten öffentlichen Gebäuden. Als ich das Terminal für den Bus nach Tel Aviv endlich gefunden hatte, stand vor mir in der Reihe ein junger israelischer Soldat mit einem Maschinengewehr auf dem Rücken. An solche Szenen hatte ich mich inzwischen nach über acht Tagen in Israel gewöhnt und ich hatte eine entspannte Busfahrt, sodass ich halbwegs ausgeruht in das Nachtleben von Tel-Aviv – Israels hippe Metropole  starten konnte.

Fail: Nachtleben in Tel Aviv

In Tel Aviv war ich wieder im Abraham Hostel untergebracht und bei meiner Ankunft hatte die Happy Hour bereits begonnen. Nachdem ich eingecheckt, mein Zimmer bezogen und meine Zimmergenossen, zwei slowakische Ingenieure, kennengelernt hatte, begab ich mich direkt an die Bar. An diesem Abend fand  ein Language Slam in 20 Sprachen statt, wo Gäste mit Muttersprachlern üben konnten. Ich nutzte die Chance, bei ein paar Craftbeer meine Russischkenntnisse zu verbessern. Moderiert wurde unsere Session von einem russischen Juden, der vor ein paar Jahren nach Tel Aviv ausgewandert ist und innerhalb kürzester Zeit Hebräisch gelernt hat.

Hier traf ich auch die Freiburger Truppe aus Jerusalem wieder, die sich ebenfalls für die Kneipentour anmeldeten. Unser Guide verteilte neben einem Bier noch ein paar Shots. Er schüttete sie ein, indem er sie der Reihe nach aufstellte und aus einem Meter Höhe, während er auf der Bar lief. Gegen halb zwölf zogen wir dann in einen kleineren Club, der komplett überfüllt war. Hier erhielten wir weitere Getränke. Auf dem Weg zum nächsten Club kam ich mit einer Gruppe Deutschen ins Gespräch und beschlossen in einem Kiosk ein paar Wegbier zu holen. Obwohl es in Israel verboten ist, nach elf Uhr Alkohol zu verkaufen, erhielten wir den Stoff. Leider bemerkte ich zu spät, dass die Gruppe nicht an der Kneipentour teilnahm und ich meine eigene Gruppe verloren hatte. So blieb ich bei den Deutschen, trank das Bier zu Ende und machte ich mich zur frühen Morgenstunde auf dem Weg ins Hostel. 

Mitten in der Nacht machte sich das Bier bemerkbar und ich ging schlafwandlerisch nur in Boxershorts bekleidet aufs Klo. Ich verwechselte jedoch Toilette mit Ausgang und Stand vor verschlossenen Türen dar. Ich entschied mich zur Rezeption zu taumeln, landete aber komplett orientierungslos in einem Treppenhaus, das als Fluchtweg diente. Die Tür fiel hinter mir ins Schloss und ließ sich nicht mehr öffnen. Meine Orientierungslosigkeit war perfekt. Nach einer Weile schaffte es mein Unterbewusstsein schließlich mich auf die Straße zu bringen. Es war inzwischen wieder hell und ich fand wieder den Eingang vom Abraham Hostel. Halbnackt fragte ich den Rezeptionisten, der so ein Anblick Sonntags Morgens nicht überraschte, nach einer Karte, die ich jedoch verlor, sodass ich noch einmal bei ihm vorsprechen musste. Mein Bett hatte ich jetzt ziemlich nötig.

Free City Tour Tel Aviv - Das alte Jaffa

Meinen für die Ausnüchterung dringend benötigten Schlaf bekam ich nur teilweise, da ich für den nächsten Tag die Free Walking Tour Tel Aviv gebucht hatte. Das Frühstück half mir, den Kater zumindest teilweise zu besiegen. Ich ging zu Fuß zum Treffpunkt am Glockenturm, wo sich bereits andere Touristen eingefunden hatten. Olga zeigte uns in dem 90 minütigen Rundgang z.B. die Stellen, an der Andromeda an einen Felsen im Meer gekettet wurde und wo der Prophet Jona von einem Wal verschlungen wurde und das Haus von Uri Geller.

Jaffa ist wahrscheinlich die älteste Stadt an der Mittelmeerküste und war bereits im 18. Jahrhundert vor Christus ein befestigter Hafen. Im Laufe der Geschichte wurde Jaffa mehrmals erobert, u.a. von Alexander dem Großen und Napoleon, zerstört und wieder aufgebaut. Im Jahre 1906 wurde schließlich Tel Aviv gegründet. Die Einwohnerzahl wuchst aufgrund von Araberaufständen in Jaffa und der Vertreibung der Juden durch Nazideutschland schnell anwuchs. 1939 hatte die Stadt bereits über 100.000 Einwohner. Im April 1948 wurde Jaffa von jüdischen Milizen eingenommen und die dort lebende arabische Bevölkerung musste nach Gaza oder Beirut flüchten. Nach dem Sieg im Unabhängigkeitskrieg entwickelte sich Tel Aviv endgültig zu einer Weltmetropole.

Gordon Beach und die Strände von Tel Aviv

Nach dem kurzweiligen Stadtrundgang, der uns auch kleine Einblicke in die Lebensweise der Israelis bescherte, machte ich mich zu Fuß entlang der Mittelmeerküste zu dem berühmten Strand Gordon Beach. Während des Spaziergangs konnte ich zum ersten Mal in dem Urlaub ein wenig entspannen. Ich genoss die Küche Tel Avivs und entspannte am Strand. Die Strände erinnerten mich an Venice Beach in Los Angeles.  Mein erster Eindruck von Tel Aviv wandelte sich endgültig zum positiven. Tel Aviv – Israels hippe Metropole ist eine passende Bezeichnung für die Stadt. Auf dem Rückweg schlenderte ich über den Rothschild Boulevard, ohne mir dort die Gelegenheit entgehen zulassen, israelischen Humus zu probieren, zurück zum Hostel.

Tel Aviv Nightlife - Teil II

Trotz der Nachwirkungen der letzten Nacht wollte ich mich an meinem letzten Abend in Israel trotzdem noch einmal in das Nachtleben Tel-Avivs stürzen. Beim Vortrinken an der Bar kamen dann auch meine slowakischen Zimmergenossen hinzu. Ich unterhielt mich außerdem mit zwei New Yorkern, von denen einer ursprünglich aus Kolumbien stammte, wo ich in diesem Jahr meinen Sommerurlaub verbrachte. Die Slowaken überlegten sich zunächst, an der Kneipentour teilzunehmen, entscheiden sich dann aber dagegen. Zwei Kolumbianer und ein Inder konnte ich schließlich doch noch überreden, an der Tour teilzunehmen. Es stellte sich heraus, dass die Kolumbianer Geschwister waren und der Inder der Freund der Kolumbianerin waren. Beide lebten zusammen in Belgien. Da ich selbst zwei Jahre in Belgien gearbeitet hatte, entwickelten wir schnell ein intensives Gespräch. Da die meisten Clubs an dem Sonntag verhältnismäßig leer waren, konnten wir keine Partystimmung entwickeln. Unsere zierliche Tour Führerin erzählte uns von ihren Erlebnissen als Begleiterin der Kneipentour. Einmal musste sie eine Neuseeländerin nach Hause tragen, die sich von mehreren Israelis Getränke spendieren ließ und als Dankeschön jeden Ihrer Gönner mit ihrer Zunge verwöhnte, bis sie Game Over war. Trotz ihrer zierlichen Gestalt strahlte sie eine Power und Lebenslust aus. Sie diente im Militär, hat dort Krav Maga, eine israelische Kampfsportart, die ich auch betreibe, gelernt. Sie erzählte uns von ihren Plänen, nach Australien auszuwandern um dort eine Bar zu eröffnen. Die Kolumbianer kamen aus Bogota, die Schwester lebte in Belgien und ihr Bruder war zu Besuch bei ihr und ihnen. Ich gab noch ein paar Reisegeschichten von mir zum besten. Um 2:30 Uhr verließen wir dann schließlich die Party und meine letzte Nacht in Tel Aviv ging zu Ende. 

Abschied von Israel

Am nächsten Morgen hieß es für mich Abschied zu nehmen. Ich schlenderte noch einmal über den Rotschild Boulevard und den Kamelmarkt und probierte allerlei Streetfood aus. Dann hieß es Abschied nehmen. Ich stieg in den Bus zum Flughafen, der glücklicherweise in der Nähe des Hostels vorbeifuhr. Ich hatte geplant, vier Stunden vor Abflug am Flughafen einzutreffen, um genügend Zeit für die Sicherheitsüberprüfungen einzuplanen. Vor dem Flughafen betrat ein Soldat der israelischen Armee den Bus und inspizierte unser Gepäck. Auch bei der Ausreise wurde ich in einem Sicherheitsgespräch befragt, dass allerdings sehr schnell ging, sodass ich noch genügend Zeit am Flughafen zur Verfügung hatte. Bei meinem Shopping Rundgang fand ich ein Buch über die Start-Up Kultur Israels, das mein Interesse weckte. Schließlich betrachtete ich noch einmal den 100% koscheren MC Donalds, bevor ich mich in der Schlange zum Check-In einreihte. 10 Tage in Israel, eine intensive, abenteuerreiche Zeit, waren zu Ende.

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